Auf Einladung des Industrie- und Wirtschaftsvereins Peine, sowie der Kaufmannsgilde zu Peine von 1652, hielt der Peiner Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil (SPD) die Festrede anlässlich der traditionellen Herbst-Veranstaltung der beiden Peiner Institutionen.

Nach Begrüßung durch Gordon Firl, Vorsitzender des Wirtschaftsvereins, legte Hubertus Heil den Fokus seiner Rede über die Herausforderungen von Unternehmen und Gesetzgeber für die zukünftige Arbeitswelt, vor allem auf die Schwerpunktthemen Digitaler Wandel und Fachkräftesicherung. „Deutschland steht wirtschaftlich gut da. Noch nie waren mehr Menschen in Arbeit, dennoch beobachten wir Pessimismus und Verunsicherung. Der Aufschwung und die insgesamt gute Lage kommen nicht bei allen an. Alleinerziehende Mütter und ihre Kinder sind häufiger von Armut bedroht als andere in unserer Gesellschaft. Bildungschancen hängen immer noch zu sehr von der Herkunft ab. Hinzu kommt: Menschen fürchten sich vor dem Wandel, denn das Tempo und die Komplexität überfordern viele“, konstatierte Heil zu Beginn.

Damit sich das ändere, müssten Unternehmen wie auch Gesetzgeber an einem Strang ziehen, um Risiken zu benennen aber auch Zukunftschancen herauszuarbeiten. „Dafür müssen wir das Vertrauen in die Versprechen des Sozialstaates wieder herstellen und stärken: durch gute Arbeit, Absicherung im Alter und Teilhabechancen für alle“, sagte Hubertus Heil. Beim Thema Fachkräftemangel stehe man vor einer doppelten Herausforderung: Gemeinsam müsse man bewerkstelligen, dass die Facharbeiterknappheit zurückgehe, gleichzeitig aber den Arbeitskräfteüberschuss durch Digitalisierung und Strukturwandel abfedern. „Dazu gehören umfassende Investition in Qualifizierung für Arbeitssuchende und Arbeitstätige in den Betrieben. Wir müssen eine neue Weiterbildungskultur etablieren. Einen ersten Schritt in diese Richtung machen wir jetzt mit dem neuen Qualifizierungschancengesetz. Auch die Unternehmen selbst stehen in der Verantwortung, die Ausbildung für dringend benötigte Fachkräfte attraktiver zu gestalten. Peine kann da als gutes Beispiel vorangehen, wie man Strukturwandel positiv entwickelt,. Aber auch wir hier vor Ort müssen die Zukunft in den Unternehmen und in unserer Region weiter aktiv gestalten. Wir müssen den Mut haben, lange Linien zu zeichnen“, so Hubertus Heil abschließend.