Zukunft der Arbeit

Stellungnahme von Hubertus Heil zum Frühjahrsgutachten: "Ohne wirtschaftliche Dynamik keine tragfähigen Haushalte"

"Die Konjunkturaussichten für Deutschland bleiben erfreulich, während Europa nach wie vor nicht aus der Krise heraus kommt. Die Institute warnen unverändert vor der Bedrohung, die für die deutsche Wirtschaft von der Krise im Euroraum ausgeht", sagte Hubertus Heil, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion zum Frühjahrsgutachten "Deutsche Konjunktur im Aufwind - Europäische Schuldenkrise schwelt weiter".

Deutschland stehe heute dank seiner starken Industrie und der rechtzeitigen Strukturreformen der SPD-geführten Bundesregierung deutlich besser da, als andere Volkswirtschaften in Europa, sagte Heil weiter. "Doch unsere Stärke im Export macht uns auch besonders verwundbar." Angesichts der Tatsache, dass 60 Prozent deutscher Ausfuhren in Länder der Europäischen Union gingen, gelte:: Es kann Deutschland wirtschaftlich nicht gut gehen, wenn es dem Rest Europas schlecht geht.

Heil führte aus: "Die Krisenpolitik der Regierung Merkel ist gescheitert. Allein mit Hilfskrediten und harten Sparauflagen läßt sich die Krise in Europa nicht überwinden." Ohne wirtschaftliche Dynamik werde es demnach in Europa keine tragfähigen Haushalte geben, und auch der Fiskalpakt laufe Gefahr, ins Leere zu laufen. "Europa braucht einen Pakt für Wachstum und Beschäftigung, gerade auch im Interesse Deutschlands."

Reform der Kraftstoffsteuer muss vom Tisch

Mit Blick auf die EU-Energiesteuerrichtline sagte der Fraktionsvize: "Der Vorschlag der EU-Kommission für eine Reform der Kraftstoffsteuer muss vom Tisch, da damit der Diesel-Kraftstoff dauerhaft gegenüber Benzin benachteiligt würde." Die Besteuerung von Diesel-Kraftstoff dürfe, so Heil, nicht höher sein als von Benzin. Diesel-Fahrzeuge hätten einen deutlich geringeren Verbrauch und stießen damit weniger CO2 aus. Sie seien umweltpolitisch sinnvoll und Ausdruck der Leistungs- und Innovationsfähigkeit der europäischen Industrie.